Fair Fashion oder „Wenn dein Outfit weniger kostet als dein Mittagessen solltest du anfangen Fragen zu stellen!“

Wenn ich über dieses Thema nachdenke frage ich mich immer warum ich nicht schon früher damit angefangen habe mich für „Slow Fashion“zu interessieren – dem Kaufen von nachhaltig produzierter Mode. Wie konnte ich bis vor einem Jahr komplett gewissensfrei bei jedem H&M Besuch das Geschäft nicht ohne zumindest ein neues Kleidungsstück verlassen ? Nur selten habe ich darüber nachgedacht wie es dazu kommt, dass ein T-Shirt, ein Kleid, ein Blazer etc. fix fertig genäht an der Stange hängt und vor allem wie es sein kann, dass eine Jeans 9,99€ kostet. Mir fehlte schlichtweg die Verbindung zwischen Hersteller und fertigem Produkt – was etwas makaber erscheint wenn man sich vor Augen führt, dass man dank „Zurück zum Ursprung“ und ähnlichen Marken bereits genau zurückverfolgen kann von welchem Hof ein Ei stammt, wie der Bauer heißt der die Tiere hält und laut Werbung auch wie der Name seiner Frau ist…interessant. Wenn ich mein H&M Ringelshirt in den Händen halte habe ich keine Ahnung wie der Baumwollbauer oder die Näherin heißen die dafür verantwortlich sind, dass ich gemäß Jahreszeit und aktuellen Trends perfekt gekleidet durch die Weltgeschichte spazieren kann. Seit ich die Doku „The True Cost“ (z.B gratis auf Netflix – mehr dazu hier : http://truecostmovie.com/), die ich wirklich jedem ans Herz legen kann, gesehen habe, ist mir klar warum in der Textilbranche die Transparenz fehlt. Die übermäßige Produktion von Kleidungsstücken bedeutet Leid – Frauen die sich nicht um ihre kleinen Kinder kümmern können weil sie von frühmorgens bis spätabends in einer Fabrik auf einem winzigen Arbeitsplatz an einer Nähmaschine sitzen, Generationen von Kindern die aufgrund von, von der Textilbranche produzierten Abwassern (z.B Jeansherstellung) Missbildungen und Krankheiten haben oder Baumwollbauern die ohne jeglichen Schutz Pestizide verwenden und davon schwer depressiv werden. Erst seit dieser Doku weiß ich, dass die Suizidrate unter Baumwollbauern beispielsweise in Brasilien oder in den USA extrem hoch ist.
Kein Konsument will sein neu erstandenes Kleidungsstück mit all diesen Dingen in Verbindung bringen sondern Komplimente kassieren und sich fühlen wie die schön abgelichteten Models in den Hochglanzmagazinen. Inzwischen wird mir schon richtig mulmig wenn ich Mädels höre die sich gegenseitig mit Lob für ihre neu geshoppten Outfits überhäufen und dann auch noch Beifall bekommen wenn sie betonen, dass der Rock „nur 5 Euro“ gekostet hat. –Gratuliere – wenn dein Outfit weniger als dein Mittagessen kostet solltest du vielleicht anfangen Fragen zu stellen.

Gerade als StudentIn kämpft man damit gegen den Strom zu schwimmen und sich nicht ständig neu einzukleiden – eine Freundin von mir hat einmal gesagt „Ich finde es schön, dass du dich dafür interessierst… aber jetzt wenn ich jung bin ist mir die Vielfalt einfach wichtiger. Wenn ich dann Geld verdiene werde ich auch schaun!“ Ich glaube, dass das Schwierige an der Sache ist sich von dem Druck zu befreien immer vorgegebenen Bildern zu entsprechen. „Diesen Herbst sind Cord und Samt wieder total IN!“ Supertoll – deswegen werde ich mich auch nicht in einen dunkelblauen Samtanzug werfen. Wäre es nicht besser, seinen eigenen Stil zu finden und nicht ständig jedem Trend nachzulaufen? Jetzt wo ich mich mit Slow Fashion beschäftige und mich durch Onlineshops und teilweise Second Hand/ Tictailshops von Bloggern wühle, merke ich erst wie Spaß es macht besondere Stücke zu finden und nicht einfach ein T-Shirt zu kaufen nur weil es gerade im Angebot ist. Außerdem habe ich in Geschäften wie Zara, H&M und co. immer das Gefühl bevormundet zu werden – dort hängen fix fertige Outfits – im besten Fall sogar mit passenden Accessoires – damit der mündige Kunde weiß wie er die Stücke zu kombinieren hat. Also MIR nimmt das inzwischen jeglichen Spaß an Mode.

Slow Fashion ist eine Herausforderung: Man darf nicht einfach das Vorurteil übernehmen, dass nachhaltige Mode nach Öko aussieht und alle nur in Filzmänteln und in Leinen gehüllt herumlaufen. Man sollte vermeiden Impulskäufen nachzugeben sondern sich wirklich fragen „Brauche ich das?“ – Meine Mama sagt immer „Wenn ich nur das kaufen würd was ich brauch tad i ma nie was kaufn!“ – Es geht ja auch nicht darum auf alles zu verzichten: Ich habe für mich beschlossen eher Ausschau nach besonderen Teilen zu halten und mich auf Basics aus guten, langlebigen Materialien zu konzentrieren J. Aber auch ich stehe erst ganz am Anfang – mein Kleiderschrank ist voll von Zara, H&M, C&A und co. Erst vor kurzem im Urlaub in Italien musste ich mich wieder kurz überwinden einen Rock nicht einfach zu kaufen nur weil er um 6 € im Angebot war. Es geht auch nicht darum sofort 100% fair zu kaufen sondern darum, dass man auch ein Interesse entwickelt wie und wo die Stücke die man tagtäglich am Leib trägt gefertigt werden. Aus welchen Materialien bestehen sie, enthalten sie Giftstoffe die meiner Gesundheit schaden könnten oder welche neuen nachhaltig hergestellten Materialien wie z.B Ananasleder gibt es auf dem Textilmarkt?

Nicht nur ein Ei, ein Apfel oder dein Müsli hat eine Geschichte – jedes Kleidungsstück dass du besitzt ist mit Arbeit verbunden – Arbeit die gerecht entlohnt werden und ein Gesicht bekommen sollte.

 

Auf der Suche nach schönen Fair Fashion Marken bin ich nach laaaaaangen Internetrecherchen auf diese hier gestoßen:

peopletree.de

Peopletree ist wirklich eine meiner absoluten Lieblingsmarken. Ich liebe wie transparent das Unternehmen arbeitet, die Aufbereitung des Onlinestores und deren Kommunikation mit den Kunden. Alles was ich bis jetzt bestellt habe, ist pünktlich angekommen und es war immer eine richtige Freude die Päckchen zu öffnen. Auf deren Homepage steht „ Jedes einzelne von uns produzierte Kleidungsstück trägt irgendwo auf der Welt zu einem positivem Wandel in der Modeindustrie bei. Unsere Mode sieht nicht nur richtig gut aus, sondern gibt auch das gute Gefühl und Wissen, dass unsere einzigartigen Produkte mit Respekt für Mensch und Natur hergestellt werden.“

Das Label hat Zertifizierungen wie das Fair Trade Siegel, ist Teil der World Fair Trade Organization und ihre Mode ist z.B durch die Soil Association zertifiziert.

http://www.peopletree.de/uberuns

armedangels.de

Auch die deutsche Marke „armed angles“ mit ihrem Leitspruch „Fairness is never out of fashion“ bietet viele tolle Kleidungsstücke an, die es in Österreich z.B auch bei Peek und Cloppenburg zu kaufen gibt.

http://www.twothirds.com/

https://www.kingsofindigo.com/

http://www.mudjeans.eu/

http://www.grundstoff.net

http://www.braintreeclothing.com/

www.hoodlamb.com – Ein Parker von dieser Marke wäre mein absoluter Traum- bis dahin muss ich aber noch fleißig sparen.

Schuhe

http://goodguys.bigcartel.com/

https://wills-vegan-shoes.com/

http://www.avesu.de/

http://www.beyondskin.co.uk/

 

 

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s