Zeilen

Weils Zeilen gibt die mich einfach kriegen, Wörter die Erinnerungen weichen, eine Berührung, ein Blick, ein Satz, wirre Geschichten vom Siegen in einem Spiel welches wir nie wagten zu spielen. Eine Wärme die mich umgibt, ich schau mich um und alles dreht sich weiter im Kreis, uninteressiert dessen was gerade mit mir passiert, schreitet sie voran die Zeit und die Tropfen bleiben hängen am Fenster, zählen stumm die Tage an denen es fehlt und greifen voraus bis der nächste Termin wird wieder verfehlt. Die Nacht brennt sich ein, Vorhänge zugezogen, Wimpern gezählt und Muttermale lokalisiert, ein einsames Warten bis wieder was passiert. Ein Warten in Decken gepackt, Bücher am Schoß, Schwarztee in der Hand, Briefe an der Wand – und sie erzählen von dir. Lautlos dreht sich in meiner Hand das Los das ich zog, unwissentlich, Zurückschauen, Zelte abbauen und warten auf die Kategorisierung, mir fehlt die Ordnung, die Erfahrung – hör ich sie sagen, wer nimmt sich eigentlich das Recht noch tiefer in die Narben zu graben die es hinterließ, und bevor ich sie schließ möcht ich das Eine wissen, Antwort bleibt aus, ein ratloses Schulterzucken, ein rastloser Blick, Seite an Seite seh ich uns zusammenrücken um uns dann wegzudrehen, den Rücken zuzudrehen. Was das ist werd ich nie wissen, doch wenn du bei mir bist, hör ich auf dich zu vermissen.

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Wir haben März … (und hatten Februar)

Wir haben zwar nicht mehr Februar aber in diesen spontanen Life-Update-Eintrag hat sich auch der Februar noch reinschummeln dürfen.

sonnenuntergangWir haben Februar und es hat sich herausgestellt, dass meine Mutter das fleischgewordene Suchergebnis deiner Google Krankheitssymptome ist. Frühmorgens stehe ich verknautscht vor dem Spiegel, begutachte ausgiebig einen sich ankündigenden Pickel auf meiner Nasenspitze als sich das Muttertier behutsam nähert. Sie schaut über meine Schulte – ein Blick auf die Nase, ein Blick in den Spiegel, Blick wieder zurück zur Nase. Entnervt seufze ich schließlich „Sags einfach“. „Hm, naja weißt eh, musst aufpassen? Weißt du schon was das ist… das is so rot ..hm nicht dass das Hautkrebs ist oder so“.

Wir haben Februar und jetzt kann ichs endlich sagen: Es ist kalt, verdammt kalt, so kalt dass es mich an jenen Schitag vor 6 Jahren erinnert als ein Stückchen meiner Nase abgefallen ist weil es nach Wind und -25 Grad auf dem Schilift zuerst rot, dann weiß, dann schließlich schwarz und dann … naja weg war. Die beruhigende Aussage meiner Mutter damals „Also i bin mir ned sicher ob des nachwachst“. Es ist nachgewachsen.

Wir haben Februar und meine Nase ist unglaublich präsent.

Wir haben Februar und die Aussage einer der weisesten Wesen aka Friend in meinem Life lässt mich nachdenken. Manchmal meinen sie und ich wir müssten uns gegenseitig psychologisch betreuen und uns dank fehlender Lebenserfahrung gutgemeinte Ratschläge geben. Einer aus dem Februar blieb aber hängen: „Die Zeit heilt alle Wunden…aber weißt du, damit es heilen kann muss man erst mal Patient sein“. Wie es scheint hab ich mich endlich selbst eingewiesen ;P

Wir haben Februar und ich war ein paar Tage in Deutschland wo ich wieder an meine sprachlichen Grenzen getrieben wurde. Bei der Kasse beim DM am Alexanderplatz, hinter mir eine lange Schlange, schnauzte die freundliche Mitarbeiterin „Payback Karte??“ Ich nur verdutzt „Payback Karte…? Wie meinen Sie?“ Sie wiederholte danach circa 10 Mal das Wort Paybackkarte und ich überlegte schon welche abstrusen Zahlungsmethoden ich schon wieder verpasst hatte und ob sie mir die regelmäßige Einzahlung in einen Fonds oder den Erwerb von Bitcoins anbieten wollte. Meine Freundin Irini hat mich dann schließlich gerettet … es handelte sich um eine Kundenkarte. Warum zur Hölle sagt man nicht einfach Kundenkarte? HERST.

Ok, wir haben inzwischen März und ich komm sehr wenig zum Schreiben weil ich den Höhepunkt der Verwirrtheit erreicht habe. Voller Vorfreude, dank endlich ..ja ich kanns kaum glauben, dass ich das Wort noch kenne – Wärme- betrete ich den Fahrradraum um genau eine Sache nicht zu finden – jawoi mei Radl. Und weil ich 1 richtiger Sherlock bin hab ich natürlich gemerkt, dass kein anderes Rad fehlte außer meines… „warum sollten die gefinkelten Diebe nur meins mitnehmen ?“ grübelte ich – hallo geteiltes Leid wär immerhin halbes Leid und he Billy Joel, only fools are satisfied. Im Selbstmitleid versinkend und mein Vertrauen in die Menschheit verlierend bin ich dann mit den Öffis zum Termin mit meiner Praxislehrerin gefahren. Anschließend landete ich dann noch im strömenden Regen was meine Stimmung dramatisch unterstrich. Schlussendlich rief ich mir wieder meine eigene, ständige Verwirrtheit in Erinnerung und beschloss mich auf die Suche nach meinem Radl zu machen – mein eigenes Denken zu rekonstruieren war allerdings etwas schwierig. Ok, Julia Thinking Mode on – meine research ergab, dass mein Rad nur an 3 verschiedenen Orten sein konnte. Am Ende hab ichs gefunden, mein armes Rad, etwas eingerostet… Flugrost versteht sich….aber es hat die Ferien überlebt – bei Schnee und Wind – ich verspreche Besserung.

Wir haben März und mein Future-travel-buddy und ich bestellen orientalisches Frühstück – Falafel not inclusive. „Dürfen wir vielleicht Extra Falafel haben?“ – Gegönnt wurde uns genau 1 Falafel – die wurde dann natürlich schwesterlich geteilt und festgestellt, dass man beim Bestellen von Speisen (und eigentlich auch allgemein im Life) explizit sagen muss was man will:“ Ich bin dauerhungrig und gestresst und ich will nicht verfressen und verzweifelt rüberkommen aber gib ma bitte so vü Essen dass ich am Heimweg nicht beim Stamm-Dürümstandl stehbleibn muas okeee“ – Danke.

Wir haben März und ich gehe ab und zu in einen Meditationskurs und ich muss zugeben, dass ich diesen Kurs extrem feiere weil “der Meister” so verdammt ehrlich is. Quote Meister “In Wahrheit denken wir uns doch … he, wären alle ein bissi mehr so wie ich, dann wär die Welt bestimmt ein besserer Ort”. Alle haben gelacht, ich nicht, … denn wären alle so wie ich wäre das circa der Weltuntergang .. aber alle essen Zimtschnecken und sind dabei gut geschminkt.

Wir haben März und ich hab nach 6 Monaten endlich Vorhänge was mich beinahe 1 wenig nostalgisch werden lässt. Wohin die Momente in denen ich unter Blicken der Nachbarn mit einem Shake Off das Aufhängen des ersten Bildes feierte….wohin die Nächte an denen mein Zimmer in sanft blaues Licht getaucht wurde als Feuerwehr oder Notarzt ihre Runden durch die Straßen Ottakrings zogen….wohin die Tage an denen mir der erste Blick aus dem Fenster eine wunderschöne Aussicht auf die gegenüberliegende Straßenseite bescherte?

Wir haben März und wir haben jetzt auch 1 Duschvorhang.

Wir haben März und alles fühlt sich langsam komplett an, ich fühl mich angekommen in meiner Höhle aus blau und altrosa Polstern, Decken, Teekannen, Fotos, Schminksachen, Wörterbüchern und Master-Mitbewohnerin mit der ich meine Dauermotivation und Dauermüdigkeit ein klein wenig teilen kann. In den nächsten Wochen wartet so vieles auf mich worauf ich mich schon so unglaublich freue und ich schon jetzt so so so so soooo dankbar bin– vor allem: In weniger als einer Woche geht’s zurück in meine Herzenstadt Bologna ❤ Vielleicht bin ich jetzt auf dem richtigen Weg, gut fühlt es sich auf jeden Fall an (Schifahren und Herumkugeln mit Brudi und Schwester hat sicher auch geholfen).. aber vielleicht sind es auch nur die Vorhänge, wer weiß das schon…. 😉

 

 

Zuhause sein…

Gerade sitze ich daheim, also in meinem Wien – Daheim, war gerade bei einer Freundin Abendessen und hab jetzt, zum Glück, in einem Anfall von Gefühlsduselei und Unterzuckerung den Trinkschokoladenlöffel von den Innsbrucker Mädels gefunden den sie mir im November mitgebracht haben. Langsam, zart schmelzende Schoki – reinlegen könnt ich mich. Allein sitz ich am Tisch. Meine Mitbewohnerin ist ausgezogen, die neue kommt erst nächste Woche. „Sturmfrei“, denk ich. Ich schau mich um, in den letzten Monaten ist diese Wohnung mein Safe-Place geworden. Mein Ort an dem die Maske fällt die man an manchen Tagen nur schwer aufbehält, mein Ort wo ich erstmal tief ausatme wenn sich der Schlüssel im Schloss dreht, ein Ort – trotz dem noch nicht so lange zurückliegenden Einzug mit Erinnerungen vollgepackt. Der Tisch wackelt, der Fußboden in meinem Zimmer ist kalt, das Licht in der Küche braucht immer Ewigkeiten bis es ganz an ist aber genau richtig lang wenn ich am Morgen halbtot in die Küche wanke: ein sanfter superkünstlicher Sonnenaufgang auf 4m2. Am Gang hört man die Leute stapfen und vom Hof den Regen prasseln, nachts wird es in meinen Zimmer nie dunkel – wenn ich Glück habe gibt’s auch noch Festbeleuchtung durch Unterstützung von Feuerwehr, Rettung und co. Mein Bett ist riesig und vielleicht einen Ticken zu weich, das Wasser am Morgen zu kalt und dann in der Dusche zu heiß. Zu Halloween klopfen die Kinder sowohl an der Haustür als auch am Küchenfenster weil einfach beides wie eine Tür aussieht – geb ich ihnen 2x was? Nein.

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Winterblues

Ich weiß, eigentlich haben wir Dezember, aber mir fehlen in diesem Dezember irgendwie die Worte und die Lust für einen solchen Beitrag. Vor allem fehlt mir die Wärme des Sommers und deswegen gibts jetzt einen Erguss aus dem späten Urlaub in Spanien. Zum damaligen Zeitpunkt fühlte ich mich sehr alleine gelassen und hilflos mit einem bestimmten Standpunkt und hab es nicht geschafft meine Sicht der Dinge für jemand anderen zugänglich zu machen.

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Wir haben November

fitnesstudio

Wir haben November und gerade wollte ich mich darüber beschweren, dass es inzwischen noch kälter, noch früher dunkel und ganz Allgemein alles furchtbarer ist als im Oktober – Aber, gerade heute ist ein ausgesprochen schöner, sonniger Tag also sprech ich das erst gar nicht erst an.

Wir haben November und versuch nun öfter ins Fitnessstudio zu gehen, nur langsam krieg ich echt ein Problem mit diesen Bildschirmen die da überall umhängen auf denen irgendwelche brutale, mit dem eigenen Tod liebäugelnde Extremsportler über Wellen surfen oder sich waghalsig Berghänge runterhaun. Jedes Mal wenn ich am Laufband meine nicht vorhandenen Bahnen ziehe, brackts mich fast runter weil ich dazu tendiere mit diesen Typen mitzuleben und mich auch in die Kurve lehne wenn der Jeremy-Lewis sich in den Rocky Mountains über einen Felsen stürzt.

Wir haben November und ja es gibt noch einiges zum Fitnessstudio zu sagen. Zum Beispiel, dass man sich während des Laufens nicht ein Handtuch über den Kopf geben sollte, denn auch dann brackts dich runter.

Wir haben November und alle lieben Thomas Brezina, gestern bin ich beim Thalia inmitten von 1000 Positiv-Wahnsinnigen angestanden um meinem Kindheitsidol die Hand zu schütteln und ein Bild signieren lassen zu dürfen. Gott sei Dank hab ich einen geheimen Pakt mit einer Thaliamitarbeiterin geschlossen und sie hat mir geflüstert wo der Domas im Anschluss der Lesung signieren würde…nämlich nicht da wo die Lesung stattfand. Die Menge war bestürzt, ich lachte.

Wir haben November und ich bin grad draufgekommen, dass ich bis morgen noch 30 Seiten lesen muss – juhee, erstmal zum Kühlschrank, und dann vielleicht eine Folge Gossip Girl, und dann .. hmm eigentlich sollt ich saugen und vielleicht die Blätter aufsammeln die mein Fikus ständig verliert oder die Druckerpatrone wechseln?

Wir haben November und ich muss ein Praktikum in der Schule machen. Schulkinder stehen jetzt auf andere Sachen als ich und ich fühle mich alt und ausgegrenzt und vor allem Inklusive Schule und so. Auf den Wänden hängen Bilder von Rappern deren Namen ich noch nie in meinem Leben vernommen habe und die 14-Jährigen haben wohlgeformtere Augenbrauen und exakteres Contouring als ich – jetzt bin ich die, die bestürzt ist.

Wir haben November und mein Leben hat wieder einen Sinn. Heute bin ich nämlich draufgekommen, dass in meinem Haus eine Dame mit zwei Mopsen wohnt. Mir wird nachgesagt, dass ich ein Faible für dezent hässliche Hunde habe und Hunde grundsätzlich vor Menschen grüße – zu meiner Verteidigung : irgendwann wird der Unterschied auch ein bisschen blurry.

Wir haben November und ich trinke drei Spritzer an einem Mittwoch

Wir haben November und wir rollen dem Winter bereits den roten Teppich aus. Für viele gibt es ja zwischen Halloween und Weihnachten gar keine Jahreszeit, der Herbst wird höflich ignoriert. Da ich den Herbst aber als sehr stimmungsvoll empfinde, erlaube ich mir noch ein wenig Distanz zu wahren vor den halbfertigen Christkindlmarktholzhütten und der fast gruselig anmutenden leeren Tanzfläche beim alten AKH…mei einzige Freud sind die Krippenfiguren mit den Insektenaugen- die versüßen mir wenigstens den Gang auf meine Institute.

Wir haben November und das bedeutet, dass Zeit vergangen ist. Ich kann Dinge und Kleinigkeiten aus meinem Sichtfeld verbannen, aber Gefühle lassen sich nicht einfach in Kisten packen.

Wir haben November und ich steh auf der Tanzfläche im Loco , die Musik is schlecht und die Shots sind rot und ich glaub ich hab plötzlich die volle Erkenntnis aber in Wahrheit haben sie einfach nur das Licht aufgedreht.

Wir haben November und ich habe keinen Dunst wo, wie und mit wem ich nächsten November verbringen werde, und es macht mir Angst. Aber noch im selben Augenblick wirkt diese Angst und mein Pseudo Gejammere nur allzu lächerlich wenn wieder irgendwo auf dieser Welt ein Licht ausgeht – vielleicht diesmal sogar ganz in deiner Nähe und du dich dann fragst und mit Konjunktiven um dich wirfst und diese Größe und all deine Möglichkeiten und deine Unbestimmtheit nicht packst und du zweifelst ob man nicht hätte halten sollen was einen hielt und früher loslassen was dich nicht gehen ließ, /vl öfter den Mut haben sollte zu formen und zu geben, sich nicht zu verschließen, mehr genießen und über den Dingen schweben… vielleicht solch großen Gedanken erst gar nicht in den Mund zu nehmen.

 

 

 

 

 

 

ein paar Eindrücke aus meinem durchwachsenen November.

Wir haben Oktober…

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Wir haben Oktober. Im Oktober da hab ich Geburtstag und nicht nur ich, nein auch meine Schwester, sogar am selben Tag, nein wir sind keine Zwillinge und ja meine Eltern haben ein Händchen für schlechtes Timing.
Wir haben Oktober, einen goldenen Oktober. Die Sonne scheint ganz warm , manchmal brauch ich nicht mal eine Jacke, manchmal wärmen mich nur ihre Strahlen oder ein Gedanke an dich. Doch langsam wird’s kühl und ich spür die Kälte reinkriechen durch die Weste, bis rauf zum Schal der mich beim Radfahren mal wieder halb stranguliert oder den ich mir, ich stelle es mir immer in Zeitlupe vor, extrem lässig über die Schulter werfe – beim Radfahren versteht sich.
Wir haben Oktober und die Uni hat wieder angefangen. Ja und auch die Seminare, und weil grundsätzlich jeder Professor glaubt man macht eh nur sein Seminar und sonst kein anderes darfst du jede verdammte Woche 5000 Seiten lesen, ja ich weiß wir haben eig erst die zweite Woche und ja vl bin ich noch ein bisschen faul.
Wir haben Oktober und wiegesagt es wird kalt und man trägt wieder lange Hosen und manche Mädels seufzen vielleicht erleichtert und freuen sich, dass sie nun endlich wieder ihren Urwald auf ihren Beinen züchten können, außer sie gehen Kickboxen so wie ich und stehen allgemein nicht so auf Urwald, ich hab ja auch Angst vor Schmetterlingen und so Viechens mit Flügeln, nein ich spreche nicht von Vögeln.
Wir haben Oktober und auch meine Freundinnen sind noch diesselben und vielleicht lässt uns das trübe Wetter nachdenklicher werden oder auch irrer, aber sie stellen Fragen – über das Leben, über Dinge die man so tut. Blowjobs zum Beispiel oder eine andere erzählt von körperlichen Befindlichkeiten die sie bei einer Abgabe fast ihrem Professor mitgeschickt hätte. Ja es klingt vl a bissi grauslich aber auch im Oktober erzählen sich Mädels jeden Scheiß.
Wir haben Oktober und eine Freundin will in ein Hamam gehen. Hamam kenn ich nur mehr von X-Jam, da waren aber nur alle besoffen und haben sich gegenseitig mit großen Scheffeln warmes und irgendwann kaltes Wasser über den Schädel geleert – und irgendwann dann auch über die Stereoanlage und dann war die Party vorbei.
Wir haben Oktober und ich hab mir zur Ablenkung einen Guide für Wien gekauft – es geht hauptsächlich um coole Essens- und Feierlocations – ich lese nämlich gern wo man in entspannter Atmosphäre im Beisein selbst ernannter C-Promis Avocado Toast schmaust und Chia-Samen-Drinks schlürft wenn ich weiß, dass ich es mir nicht leisten kann dorthin zu gehen weil ich mein ganzes verdammtes Geld in Schminke investiere – aber ich schau mir auch unglaublich gern die Bilder in Kochbüchern an – in dem Wissen vielleicht 1/16 davon nachzukochen.
Wir haben Oktober und der Kurz Basti glotzt von allen Seiten daher. Wenns extra schön sein soll kommt auch noch da Sobotka dazu oder gleich der Strache – dann is mein Tag eigentlich ziemlich perfekt. Aber schön wenn sie sich alle in privater Atmosphäre menschlich näherkommen. Ja Nähe ist gut, außer man hats selbst grad nicht.
Wir haben Oktober und von einer Freundin ein mymüsli Herbst Müsli bekommen. Ich habe absichtlich kein –Ich- eingefügt, denn manchmal denke ich wohl ich bin die letzte verlorene Monarchin Österreichs. Auf jeden Fall sind in dem Frühstücksmüsli voll viele verschiedene Dinkel, Amaranth, Hafer & whatever Flockens drin die alle ziemlich satt machen – jetzt halt ich an der Uni immerhin bis um 10 durch bis es Zeit für den nächsten Snack wird.
Wir haben Oktober und ich kauf wieder jeden zweiten Tag Kürbis. Kürbis is ziemlich leiwand weil den kann man in jeder Variation essen, im Notfall stellst ihn halt vor die Tür und tuast a Kerzerl rein. A Kürbis is immer a safe gschicht.
Es ist Oktober und ich sollt eigentlich mehr schlafen, weil der Schlaf vor Mitternacht ist mega wichtig damit sich die Hautzellen gut regenerieren können, vor allem wenn dir jetzt im Herbst die Sonne nicht mehr mit tausend Grad ins Gsicht brackt. Wenn dein Gesicht aber aus Prinzip jeden Morgen ausschaut wie ein verwutzelter Waschlappen bringt dein ganzer Vormitternachtsschlaf aber auch nix.
Wir haben Oktober und ich hör schon auf zu sudern. Oktober ist ja eigentlich ganz schön – so vong Stimmung her, den Farben, Nebel und fliegenden Blättern und Kastanientiere und so, du weißt schon.

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Arbeitstagebuch einer mittellosen Studentin

Mit Menschen arbeiten – hab ich schon öfters gemacht, egal ob im Café, Restaurant oder beim Schokoladeverteilen bei Peek&Cloppenburg – würde ich auch gern in Zukunft machen, denn ich studiere immerhin auf Lehramt und bin ihnen so zwangsläufig irgendwann tagtäglich ausgeliefert. Beim Arbeiten mit Menschen ergeben sich einfach die lustigsten, aber auch teilweise nicht so schönen Momente und Geschichten die man immer wieder gerne erzählt. Bleibende Schäden behaupte ich, habe ich von meinen Tagen bei der Post und beim Flyern nicht davongetragen, schlussendlich haben sie mich aber doch in die Knie gezwungen.. warum das so war, lest ihr im heutigen Blogpost.

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Ein Moment

Ich mach den Schritt über die Klippe – bis ich endlich wieder sehen kann.
vorbei an den Feldern die sich goldgelb erstrecken im Tiefland,
vorbei an türkisfarbenen Wasser das getaucht wird in eiskaltes Licht,
vorbei an einer violetten Wiese die Wellen schlägt im Rhythmus der Gezeiten und bricht

Und so setz ich mich und greif nach den Halmen jener Landschaft die nur für Filme gemacht zu sein scheint – ihr kennt sie bestimmt jene Aufnahmen bei denen jeder Rosamunde Pilcher Fan weint. Und da ist er. Der Moment, ganz für mich allein. Einmal nicht teilen, nicht in die Welt hinausschreien, nur meine Sinne auspacken und ihnen erlauben frei zu sein.

Ich mach die Augen zu, damit ich mal hören kann.
Das Rauschen des Meeres, das Pfeifen des Windes.
-war das grad das Muhen eines schottischen Hochlandrindes?
Ich schalt meinen Kopf ab, damit ich mal fühlen kann
-raus aus den Schuhen damit ich mal spüren kann ob er wirklich so grob ist der Sand und die Oberflächen der steinernen Platten, geformt von wilden Wassern im Spiel der Epochen.

Meine Finger gleiten durchs Gras, die Zeilen wärmen mein Gesicht, im ständigen Wechsel von Licht und Schatten.
Den Need nun ein Foto zu machen, fühl ich eben nicht,
-denn da ist er, der Moment, für mich ganz allein – an ihn halt ich mich – halt mich fest an dem Halm, zieh die Luft nochmal ein,
doch muss trotzig erkennen, dass die Welt sich nicht einfach anhalten lässt.

Und so steh ich auf – und lass ihn gehen den Moment
– muss ihn nicht teilen, nicht in die Welt hinausschreien,
und das macht ihn besonders, denn nun ist er MEIN.

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Eine letzte Rückbank-Erinnerung aus Schottland – mit Bologna Bild 😉

Verreisen mit Geschwistern oder „I buch ma jetzt glei den nächsten Flug ham!“

Im Moment genieße ich das Privileg schon wieder im Urlaub zu sein (inzwischen bin ich wieder zu Hause ;)) – diesmal auf Mallorca umgeben von, ohne Spaß he, alternden deutschen Männern in beliebter weiße Socken-Sandalen Kombi, turtelnden Paaren und dicklichen Opas die sich ab und zu gemächlich ihre wohlgeformten Bäuche klatschen. Juche! Das Buffet ist aber bombe, der Strand ein Traum und die Kinder tanzen in besorgniserregender Manier in der Kinderdisco und bescheren ihren Eltern so zumindest 20 Minuten Entspannung am Tag. Hinter mir liegt ein Sommer, ein ganzes Jahr 2017 mit vielen vielen Reisen – eine durfte ich auch mit meiner Schwester und dann auch mit meinem Bruder verbringen.

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